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Glücksbringer und Glücksrituale
Ist Glück Aberglaube?
Nun ja, die bekannten Glücksbringer wie den Glückspfennig, das vierblättrige Kleeblatt, den Schornsteinfeger (wenn man ihn berühren darf), der Marienkäfer (besonders wenn er sieben schwarze Punkte trägt), das gefundene Hufeisen eines Pferdes (das man, aber nur mit der offenen Seite nach oben aufhängen darf, damit das Glück nicht herausfällt), die Hasenpfote (wird aber immer seltener, ist lediglich nur noch am Messergriff von Jägern zu beobachten), die beobachtete Sternschnuppe (bei der man einen Wunsch denken, aber nicht verraten darf) … kennen Sie sicherlich schon und vielleicht haben auch Sie Ihren speziellen Talisman, der Ihnen nicht nur Glück bringen, sondern Sie auch vor Unheil schützen soll (doch das wäre aber dann schon ein Amulett, das vor den bösen Geistern schützen soll).Offiziell ist das Aberglaube, der von der Kirche scharf verurteilt wird. Was aber ist mit den Devotionalien, die an den Wallfahrtorten verkauft werden? Was ist mit dem Rosenkranz, mit dem meine Großmutter in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts in Trier den Heiligen Rock berührte? Er begleitet mich schon seit der Zeit, als ich das elterliche Zuhause (freiwillig und aus beruflichen Gründen) verlassen habe. Seither ist mir kein größeres Unheil zugestoßen. Zuvor aber auch nicht. Im Gegenteil: Ich habe (mit dem Rosenkranz) eine wunderbare Frau kennen gelernt, bin schon lange mit ihr verheiratet und auf meinen Sohn kann ich auch stolz sein.
Das Gefühl von Glück ist viel wert!
Nun, ob es die üblichen Glücksbringer sind oder auch besondere Erinnerungsstücke: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind sie kein Glücksbringer, sondern vermitteln dem Besitzer oder Träger oder Beobachter ein gutes Gefühl … und das ist allein ist sehr viel wert und kann tatsächlich zu Glück führen.
Allerdings gibt es noch spezielle Rituale, die unter Sportlern und unter Trainern höchst verbreitet sind. Einige davon sind höchst skurril und ich möchte Ihnen (um Sie zum Schmunzeln zu bringen) davon berichten, auch wenn Sie vielleicht schon von einigen gehört oder gelesen haben:
- Das jüngste Beispiel ist Joachim Löws blauer Pulli aus Kaschmir, den der Trainer der deutschen Fußballmannschaft beim Auftaktspiel seiner Nationalmannschaft trug, als das Spiel mit vier geschossenen Toren gewonnen wurde. Gegen Serbien, 0:1, falls Sie es schon vergessen haben sollten, trug Löw ein anderes Gewand. Spieler und Funktionäre baten den Trainer nun, doch wieder seinen blauen Kaschmir anzuziehen (seinen Assistenten Hansi Flick natürlich auch). Gegen Ghana wurde gewonnen, England wurde ebenso wie Argentinien mit vier Toren besiegt. Doch gegen Spanien half nicht einmal der blaue Pulli. Löw selbst glaubte nicht an seinen blauen Pulli, so sagte er wenigstens, er habe es nur getan, weil er darum gebeten wurde und weil der Pulli schon so oft in den Medien erwähnt und gezeigt wurde.
- Boris Becker spielte seine Matches grundsätzlich unrasiert.
- John McEnroe, ebenfalls ehemaliger Tennisprofi und regelmäßig Gegner von Boris, achtete stets darauf, beim Betreten des Spielplatzes bis hin zum Einschlagen nur ja nicht auf eine Linie zu treten.
- Michael Jordan, die amerikanische Basketball-Legende, glaubte an das Gesetz der Serie. Er trug mehrere Monate lang dieselben Shorts bei den Spielen seiner Mannschaft. Er fürchtete, dass seine Glückssträhne abreißen würde, wenn er seine Hose wechselt. Auch wenn sie nach dieser langen Zeit wahrscheinlich schon sehr intensiv „duftete“: Die Serie musste halten.
- Den Golfprofi Tiger Woods sah man bei Golfturnieren nur mit schwarzer Hose, am liebsten trug er dazu auch ein schwarzes Poloshirt. Dass er auch schon mal in andersfarbigen Polos gesichtet wurde, liegt wohl daran, dass sein Sponsor zeigen wollte, dass er auch andere Farben im Sortiment hat.
- Michael Schumacher, siebenfacher Formel 1-Weltmeister, trägt chinesische Schriftzeichen mit den Namen seiner beiden Kinder auf dem Helm, ein Armband von Frau Corinna, ein Haifischzahn um den Hals, den er einst von einem Tauchlehrer geschenkt bekam: Schumacher, der Perfektionist, überlässt wirklich nichts dem Zufall. Er steigt immer von rechts in sein Dienstfahrzeug. Als er im Jahr 2004 in Bahrain einen seiner Glücksbringer im Hotel vergessen hatte, musste sein damaliger Masseur den Talisman schnell holen. Schumacher gewann nicht nur das Rennen sondern letztlich auch seine bislang letzte Weltmeisterschaft.
- Besonders Fußballer und auch ihre Trainer halten an bestimmten Ritualen fest. John Terry, FC Chelsea und englischer Nationalspieler, pflügte einmal fast das das Stadion in Barcelona um, weil er seine Schienbeinschoner wiederfinden wollte. „Am Ende hatte ich etwa 50 gefunden. Ich bin wirklich sehr abergläubisch“, gesteht der beinharte Verteidiger.
- Gary Lineker, ehemaliger Torjäger der Briten, erzählt: „Beim Warmmachen habe ich niemals aufs Tor geschossen, denn ich wollte kein Tor vergeuden. Ich wollte mir die Treffer fürs Spiel aufsparen. In der Halbzeitpause habe ich immer mein Trikot gewechselt, wenn ich in der ersten Halbzeit kein Tor erzielt hatte. War ich aber erfolgreich, behielt ich das Trikot an.“
- Gerd Müller, Deutschlands „Bomber der Nation“ trug als Nationalspieler gern das Trikot mit der Nummer 13, außerdem Schuhe mit der Größe 41, obwohl zwei Schuhgrößen weniger auch gereicht hätten. Die Nummer 13 scheint auch seinem Namensvetter Thomas Müller Glück gebracht zu haben, auch wenn er sich nicht als abergläubisch bezeichnet. Er wurde bei der letzten WM in Südafrika Rekordtorschütze. Er aber meinte: „Die 13 habe ich mir nicht unbedingt gewünscht, aber als ich als Letzter meine Trikotnummer aussuchen durfte, waren nur noch zwei Nummern frei. Da habe ich eben die 13 genommen.“
- Giovanni Trapattoni beobachtete man als Trainer der italienischen Nationalmannschaft, als er vor den Spielen geheiligtes Wasser aus einer Flasche verspritzte, das er von seiner Schwester, einer Nonne, erhalten hatte.
- Der französische Libero und Spielführer Laurent Blanc (und künftiger Nationaltrainer) küsste bei der WM 1998 nach siegreichen Spielen die Glatze des Torhüters Fabien Barthez. Nach dem Halbfinale gegen Kroatien (2:1) tauchte sogar der damalige Staatspräsident Jacques Chirac in der Kabine auf und verpasste dem Glatzkopf Barthez ebenfalls einen dicken Kuss auf sein blankes Haupt.
Glück321 19.10.2010, 23.57
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Das Glück
"Glück ist wie ein kleiner, lebhafter Hund, der mit dem Schwanz wedelt.
Glück kann aber auch sein, einen kleinen, traurigen Hund zu streicheln, so dass er anfängt, mit dem Schwanz zu wedeln!"
Willy Breinholst








